Frauenverein Knutwil-St. Erhard

Gemeinsam unterwegs

 

 

 

 

Maulwurf – Essen im Dunkeln 9. März 2018

Mit fast (!) allen Sinnen haben 15 Frauen aus unserem Dorf einen eindrücklichen Abend in Blindenheim Horw erlebt.

 

Wir wurden herzlich empfangen und durften uns bei einem feinen Apéro in der Werkstatt des Blindenheims stärken. Drei sehbehinderte Menschen gaben uns derweil einen kurzen und faszinierenden Einblick in ihr Handwerk wie Bürsten herstellen und Korb- und Sitzflächen von Stühlen flechten. Der blinde Hauspianist und eine kurze Einführung und Information rund um das Blindenheim Horw rundeten den Einstieg in den Abend ab.

 

Anschliessend galt es ernst: wir mussten alles, was auch nur im geringsten Licht erzeugen konnte, abgeben und eine Augenbinde anziehen. Im Entenmarsch wurden wir über mehrere Treppen und durch lange Gänge in einen komplett verdunkelten Essraum geführt.

 

Dort wurden wir von vier blinden Frauen und Männer in Empfang genommen, welche uns zielsicher zu unserem Platz führten. Wie dankbar waren wir für diese Hilfe und als wir sicher auf unseren Stühlen sassen- wären wir doch im stockdunklen Raum total verloren gewesen.

 

So tauchten wir ein in den ungewohnten Zauber von Stimmen, Worten, Berührungen, Gerüchen und Geschmäcker und liessen uns von den blinden Profis verwöhnen. Das  3 Gang- Menu beanspruchte unsere ganze Aufmerksamkeit. Ohne etwas zu sehen das Essen auf dem Teller zu finden ist echt herausfordernd. Die Überraschung ist dann gross, wenn die Gabel oder der Löffel im Mund ist: ist überhaupt etwas auf der Gabel und wenn ja, was ist es?  

Für immer bleibt es ein Geheimnis, wer mit den Fingern gegessen oder die Suppe verschüttet hat…;o)

 

Es war ein lehrreicher und beeindruckender Abend, welcher uns allen sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Dem Blindenheim Horw und dem blinden und/oder stark sehbehinderten Profiteam danken wir ganz herzlich für ihren grossartigen Einsatz und diese bleibenden Erlebnisse.

 

Auf dem Heimweg durften wir noch im Laden vorbeischauen und so einige handgefertigte Bürsten oder Besen werden uns zuhause an diesen Abend erinnern.  

Ob die Frauen mit den neuen Besen schneller nach Hause geflogen sind, als wir mit den Autos, das bleibt offen…